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"Bauernhof als Klassenzimmer" - Versicherungsschutz und wertvolle Erfahrungen

Höfe mit vielen Besuchergruppen (Schulbauernhof Wolfgang Koch aus Nidda/Wallernhausen) müssen sich mit dem Thema Versicherungsschutz auseinandersetzen (Foto: Ippensen)

Wenn Landwirte regelmäßig Schulklassen, Kindergartengruppen oder sonstige Besucher auf Ihren Betrieben haben, ist es sinnvoll sich mit dem Thema Versicherungsschutz auseinanderzusetzen. So kann man die Risiken minimieren und ist im Schadensfall abgesichert und schnell handlungsfähig.
Zu diesem Thema hatte der Fachdienst Landwirtschaft des Wetteraukreises Anfang November 2019 mit einem Vortrag von Herrn Arno Werner, Versicherungsmakler bei der MS Management-Service GmbH, eingeladen.

Versicherungsschutz
Fazit für die teilnehmenden Landwirte war, dass es wichtig ist, das Projekt „Bauernhof als Klassenzimmer“ bei der Öffnet externen Link in neuem FensterBerufsgenossenschaft zu melden, ebenso bei der Haftpflichtversicherung (Betriebs- und KFZ-Haftpflichtversicherung). Hierzu ist es notwendig, mit der Versicherung zu besprechen, wie viele Gruppen/ Jahr kommen, wer die Aufsichtspflicht übernimmt und wie, mit welchen Tieren und Fahrzeugen die Besucher auf dem landwirtschaftlichen Betrieb in Kontakt kommen. Eine Versicherungsschutzbestätigung mit Angabe der Versicherungssumme sollte anfordert werden.

Weiterhin rät Herr Arno Werner den Landwirten eine Ersthelferausbildung zu absolvieren. So ist man besser für gesundheitliche Notfälle gerüstet.


Außerdem sollte immer vor einem Gruppenbesuch geklärt werden, wer die Aufsichtspflicht übernimmt, damit es nicht zu Missverständnissen kommt. In der Schulzeit handelt es sich in der Regel um eine Schulveranstaltung, in der die Lehrer die Aufsichtspflicht übernehmen.

„Bauernhof als Klassenzimmer“ 2019 im Wetteraukreis
„Bauernhof als Klassenzimmer“ ist ein Projekt, welches im Wetteraukreis über 30 landwirtschaftliche Betriebe anbieten. Im Jahr 2019 besuchten weit über 400 Gruppen einen landwirtschaftlichen Hof im Wetteraukreis.

Vor allem Grundschulklassen verbringen gerne einen halben Tag auf einem landwirtschaftlichen Betrieb. Diese kommen beispielsweise von der Brüder-Grimm-Schule aus Friedberg oder der Stadtschule an der Wilhelmskirche in Bad Nauheim. Natürlich kommen auch Schüler anderer Schulen auf landwirtschaftliche Betriebe, wie zum Beispiel der Beruflichen Schule Butzbach, denn dort gibt es den Zweig Agrarwirtschaft. So praktizieren diese Schüler auf dem Milchviehbetrieb Geck aus Butzbach/Nieder-Weisel Tierbeurteilungen. Aber auch Gymnasien wie unter anderem die St. Lioba Schule aus Bad Nauheim oder die Europäische Schule RheinMain aus Bad Vilbel beteiligen sich an dem Projekt.

Das zeigt, dass „Bauernhof als Klassenzimmer“ nicht nur für jüngere Schüler geeignet ist. Schließlich kann Agrarpolitik auch ein Thema im Leistungskurs „Politik und Wirtschaft“ sein und unter Umständen auch ein Teil in der Abiturprüfung. Was liegt da näher, als einmal mit einem landwirtschaftlichen Betriebsleiter über die aktuelle Agrarpolitik zu diskutieren. Denn, das was man durch Erleben lernen kann, verfestigt sich vor allem in unserem Langzeitgedächtnis – ein „Lernen für das Leben“.

Einen ganz besonderen Part nehmen Schulen für Kinder mit Handicaps ein, wie zum Beispiel die Johann-Peter-Schäfer-Schule aus Friedberg. „Das sind immer ganz besondere Begegnungen“, berichtet Frau Edith Hartmann vom Milchviehbetrieb Wilhelminenhof. „Alle Jugendlichen sind ehrfürchtig begeistert bei den Begegnungen mit den Kühen. Das ist eine sehr positive Bestätigung für uns Landwirte.“

Und schließlich gibt es an der Uni Gießen sogar ein benotetes Seminar zu dem Thema  „Bauernhof als Klassenzimmer“ für alle Lehramtsstudierenden.

Der Fachdienst Landwirtschaft unterstützt das Projekt durch die Zahlung einer Aufwandsentschädigung pro Gruppenbesuch, durch Werbung und verschiedene Ausleihmaterialien.

Außerdem können landwirtschaftliche Betriebe über ein Förderprogramm im Rahmen des integrierten Klimaschutzplans Hessen (iKSP) eine Honorarpauschale pro Gruppenbesuch erhalten. Auch mehrtätige Besuche mit Übernachtungen können darüber gefördert werden. Ansprechpartner hierzu ist der Hessische Bauernverband.

Schulen, Kindertagesstätten etc. können beim Fachdienst Landwirtschaft Lesezeichen mit dem Aufdruck der Homepage erhalten, unter der die Schulbauernhöfe zu finden sind.

Nähere Informationen:
•    Öffnet externen Link in neuem FensterDirektvermarkter Wetterau
•    Fachdienst Landwirtschaft des Wetteraukreises, Silvia Bickel, Tel. 06031 83-4204, Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailE-Mail

veröffentlicht am: 15.11.2019

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