Die Region Wetterau

claim

„My Way Wetterau“: Gemeinsam gegen Schulmüdigkeit

Das Projekt „My Way Wetterau“ soll schulmüde Jugendliche auffangen

„My Way Wetterau“ ist ein Modellprojekt, mit dem schulmüde Jugendliche aufgefangen werden sollen. Nicht alle Schülerinnen und Schüler werden mit den Interventionsmöglichkeiten, die den Schulen zur Verfügung stehen, erreicht. Für sie ist das gemeinsame Modell-Projekt des Wetteraukreises mit dem Staatlichen Schulamt gedacht. Für die praktische Durchführung wurde der Träger Pro Inklusio in Friedberg gewonnen. Nach den Sommerferien sind Projektplätze frei.

Das Schuljahr ist zu Ende, die Zeugnisse sind ausgeteilt und spätestens jetzt zeigt sich schwarz auf weiß die Anzahl der Fehltage. Was die Zahlen nicht verraten, das ist ob der oder die Jugendliche schulmüde ist und den Unterricht verweigert. In einer vom Hessischen Kultusministerium herausgegebenen Handreichung für Schulen steht: „Schulvermeidung ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Formen des Fernbleibens von der Schule: Manche Schüler/innen fehlen zum Beispiel regelmäßig in Randstunden, andere durchgängig mehrere Wochen. Die Ursachen für das Fehlen sind vielschichtig und erfordern jeweils ein spezifisches Vorgehen.“

Der Wetterauer Weg – „My Way Wetterau“

Öffnet externen Link in neuem Fenster„My Way Wetterau“ ist ein Modellprojekt, das der Wetteraukreis und das Staatliche Schulamt für den Hochtaunuskreis und den Wetteraukreis in diesem Jahr gestartet haben und mit dem sie bereits erste Erfahrungen sammeln konnten. Umgesetzt wird es von Pro Inklusio gGmbH, einem Bildungsträger in Friedberg. An „My Way Wetterau“ können schulmüde oder schulvermeidende Schülerinnen und Schüler ab dem achten bis zehnten Schulbesuchsjahr aus der Region (westliche) Wetterau teilnehmen. Das Projekt läuft bis November 2019, die Jugendlichen nehmen bis zu zwölf Monate daran teil.

Den Grund für den „Wetterauer Weg“ erläutert Landrat und Schuldezernent Jan Weckler: „Die Schulen haben zwar Handlungs- und Interventionsmöglichkeiten mit Schulverweigerung umzugehen, aber es gibt Jugendliche, bei denen diese Angebote nicht ausreichen. Für sie gehen wir mit dem Modellprojekt ‚My Way Wetterau‘ einen eigenen, eben einen Wetterauer Weg.“ Stephanie Becker-Bösch, Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin ergänzt: „Wir wollen die Jugendlichen auffangen, ihnen helfen wieder Spaß am Lernen zu bekommen, ihre Fähigkeiten in der Praxis erproben und entdecken zu können und den Übergang von der Schule in den Beruf gut zu schaffen.“ Auch das gehört dazu: Tagesstruktur und regelmäßige Abläufe, Gemeinschaft und Freude an Teamarbeit erleben, erfolgreiche Rückschulung oder Übergang in allgemeinbildende oder berufsvorbereitende Schulen, Interesse am beruflichen Weg bekommen.

„My Way Wetterau“, das bedeutet: Die Jugendlichen sind von Montag bis Freitag, von 8 bis 13 Uhr bei Pro Inklusio in Friedberg. Jeweils drei Tage Praxiserprobung in den Werkstätten (Holz, Metall, Farbe, Kochen/ Ernährung) und zwei Tage individueller Unterricht in einer kleinen Gruppe in den Kernfächern Deutsch, Englisch und Mathematik. Dazu gibt es berufliche Orientierung und begleitete Praktika, Hilfen bei der Gestaltung des Übergangs Schule-Beruf, sozialpädagogische Begleitung und Elternberatung. Die Jugendlichen bleiben während der Projektdauer an ihrer Stammschule rechtlich angebunden und die Stammschule stellt auch am Ende nach Rücksprache mit dem Projektteam das Zeugnis aus.

Nach den Sommerferien können wieder Plätze belegt werden! Informationen und Beratung geben Gottlieb Burk und Claudia Dornseifer vom Regionalen Beratungs- und Förderzentrum/ Gabriel-Biel-Schule Butzbach.

veröffentlicht am: 22.06.2018

Wetteraukreis

Der Kreisausschuss

Europaplatz 61169 Friedberg
Telefon 06031 83 0